Toter Punkt

 

In meiner Ahnenreihe habe ich leider einen sog. „toten Punkt“ erreicht.

Meine Vorfahren stammen aus dem heute russischen Teil Ostpreußens. Meine Ururgroßmutter, Heinriette Radszuweit geb. Manzau, stammt aus Wilkerischken (1938 umbenannt in Wilkenau) bei Szillen im Kreis Tilsit-Ragnit und ist um 1833 als Tochter der Wirtsleute Carl Manzau und Catharina geb. Schimkat getauft worden. Dort könnte sie auch den Zimmermann Samuel Radszuweit geheiratet haben.

Meine Ururgroßeltern haben in der Kirche in Norkitten Kreis Insterburg sechs Geburten angemeldet. Der älteste Sohn hieß Rudolph Samuel Sigmund * 24.04.1858 in Milchbude und der jüngste (mein Urgroßvater) Otto Friedrich * 04.02.1867 in Milchbude. Von den vier verbleibenden Kindern vermute ich die Vornamen August, Ferdinand und Richard.

August dürfte um 1892 eine Frau aus Jemmen vermutlich in Ostpreußen geheiratet haben.

Richard, Ferdinand und der Rudolph haben um 1893 in Berlin gewohnt.

Richard hat in Berlin mit einer Berta Schneidereit gelebt haben. Sie unterschrieb 1894 einen Brief aus Berlin als „zukünftige Schwägerin“ und wohnte damals bei einer Frau Schönnemann in der Köpenicker Straße 88 in Berlin. Geheiratet haben die beiden aber nicht.

Zu meinem Ururgroßvater heisst es in der Heiratsurkunde meines Urgroßvaters aus dem Jahr 1890:

“Sohn des in Rumänien verstorbenen Zimmermannes und Schenkers Samuel Radszuweit”.

In der Heiratsurkunde seines Bruders Rudolph Samuel Siegmund von 1888 aus Berlin heisst es:

„Sohn des Zimmermannes Samuel Radszuweit, zuletzt wohnhaft in Milchbude, ist verschollen … „.

Die Suche in diversen Quellen verlief bisher erfolglos.

Lediglich in den Verlustlisten des 5. Ostpreußisches Infanterie-Regiment Nr. 41 der Kgl. Preußischen Armee aus Ost- und Westpreußen im Feldzuge von 1866 ist verzeichnet ein:

Füsilier Friedrich Samuel Rudszuweit aus Legitten Kr. Labiau” (1)

Dieser wurde in der Schlacht in Rosberitz bei Königsgrätz 3. Juli 1866 im Deutsch- / Östereichischen Krieg verwundet.

Für die Vermutung, dass es sich bei dem Friedrich Samuel RUDSZUWEIT um den von mir gesuchten Samuel Radszuweit handelt, sprechen folgende Punkte:

 

    – bei RUDSZUWEIT könnte es sich um einen Schreibfehler handeln
    – der Vorname Friedrich, den auch sein letztgeborener Sohn führte
    – blickt man von Ostpreußen in Richtung Königsgrätz, so liegt es zumindest grob in Richtung Rumänien
    – die Zeugung des letzten Sohnes Friedrich liegt auch knapp vor Kriegsbeginn.

 

Unterlagen über die Kriege Preußens im 19ten Jahrhundert sind mit dem Mitilärarchiv Potsdam 1945 verbrannt.

Weitere Informationen habe ich leider nicht zusammentragen können.

Falls Sie da eine Verbindung mit Ihrer Herkunft oder Familie sehen oder über weitergehende Informationen verfügen, freue ich mich sehr, wenn Sie mir per eMail über die Seite KONTAKT antworten.

 


(1)Quelle: http://www.denkmalprojekt.org/Verlustlisten/vl_1866_teil_6.htm